Ramsi



Maggie (geboren Ende August 2010)





Maggie kam am 15.10.2011 zu uns. Eine spannende Geschichte, die unbedingt erzählt werden muss.
Aus Missy wird Maggie - eine Geschichte aus (fast) ganz Deutschland
Im Jahr 2010 begab es sich in Niedersachsen, dass diese Katzenmutti schwanger ward.



Nach der vorgeschriebenen Tragzeit erblickten 3 ausgesprochen hübsche Kätzchen das Licht der Welt.



Sie wuchsen und gediehen.



Und ihre Augenfarbe veränderte sich.



Nur eine Sache war seltsam : nach den ersten 5 Lebenswochen, wo ein wackeliger Gang völlig normal ist, fingen diese Kätzchen nicht an, normal zu gehen und herumzuspringen, sondern sie wackelten weiter.
Die Besitzerin merkte dann irgendwann, dass ihr hübscher Wurf geschlossen an einer Kleinhirnataxie litt. Das ist relativ selten, denn als Ursache kommt wohl eine Infektion in der Schwangerschaft in Frage, wobei üblicherweise auch mal gestorben wird; diese drei jedoch lebten und wuchsen und gediehen.
Ein Jahr lang war alles recht Tutti in Niedersachsen. Die Kleinen wurden oft in den Garten hinausgelassen und zum Glück passierte keine weitere Schwangerschaft, die Besitzerin war da recht optimistisch...
Nach einem Jahr wollte sie gerne ins Ausland gehen zum Studium, und sie traute niemandem, den sie kannte, zu, sich anständig um diese Katzen zu kümmern, deswegen wandte sie sich an Feline Senses. Missy wurde zunächst mal nach Rostock vermittelt, ihre beiden Brüder kamen auf eine Pflegestelle nach Dortmund. Die Mutterkatze blieb in der Ursprungsfamilie.
Zur selben Zeit in 2011 erblickte tief im Osten ein weiteres Wackelfellchen das Licht der Welt und hatte das Glück, zur Pflege zu Claudia Bracke nach Jeßnitz zu kommen. Soweit die Startaufstellung der Hauptdarsteller.
Missy gefiel es in Rostock nicht sonderlich. Sie lebte in einer Einraumwohnung zusammen mit einem Hund und einem jungen Kater, der es naturgemäß sehr lustig fand, sie bei jeder Gelegenheit anzuspringen. Er hatte niemanden zum Spielen und konnte sich nicht auslasten. Missy nahm das irgendwann als Anlass, das Sofa nicht mehr zu verlassen, und erledigte alle ihre Verrichtungen dort.
Somit war Missy zum dringend zu vermittelnden Notfall avanciert.
Claudia hatte derweil ihr Wackelchen an oben genannte Dame aus Dortmund vermittelt, die bereits über einen Ataxiekater verfügte und dann mit Leo und Apollo insgesamt 4 Ataxisten hatte. Bei Hausbesuchen hatte die Dame einen normalguten Eindruck hinterlassen, aber leider litt sie unter seelischen Problemen. So kam es dann, dass diese Dame plötzlich verstarb und die vier Ataxisten in einem Haufen Gerümpel aufgefunden wurden; es wurde gedroht, sie ins Tierheim zu bringen, wo sie eingeschläfert werden sollten.
In einer nächtlichen Aktion setzte sich ein Fahrzeug aus Berlin in Bewegung, holte die vier Tiere ab, brachte wiederum Leo und Apollo zur Pflege zu Claudia Bracke und nahm die anderen beiden Tiere mit.
Die erste gute Nachricht war dann : die beiden Neuberliner hatten ein Zuhause auf Lebenszeit gefunden.
Nicole Schmaloer von Feline Senses setzte Himmel und Hölle in Bewegung für die drei ehemaligen Niedersachsen, und da wir in denselben Internetforen verkehren, dauerte es nicht lange, bis mich der Notruf erreichte. Nach Püppis Tod hatte ich durchaus einen Platz frei für ein nettes soziales Katzenmädchen, welches aufgrund seiner Behinderung niemals Minnie in ihrem Bereich stören würde, meine Gesundheit war so weit stabil und der Gatte auch bald überredet; die Vorkontrolle haben wir gut überstanden; also musste dann nur noch eine Mitfahrgelegenheit von Rostock organisiert werden, und nach einem unglaublich nervenzerfetzenden Tag brachte uns ein netter Sachse die Missy ans Haus, die wir dann nach Maggie umtauften.
Einige Monate später zogen Leo und Apollo, die zwischenzeitlich aus Bitterfeld in den Ruhrpott zu Nicole gekommen waren, nach Stuttgart, und leben dort seitdem glücklich und in Frieden mit zwei weiteren Katern.
Wie es weiterging
Die Zeit der Eingewöhnung sieht man auf den Fotos, wir haben es langsam angehen lassen. Maggie hatte zunächst mal ein Zimmer für sich, wo sie unter Aufsicht hinauskonnte, um sich bekannt zu machen. Nachts oder wenn wir bei der Arbeit waren, war sie dort aber in Sicherheit. Irgendwann hatte sie sich genug eingewöhnt und wollte nicht mehr ins Zimmer. Anfangs konnte sie nur schnell laufen, langsam ging nicht, da fiel sie immer um. Aber mittlerweile kann sie langsam gehen, relativ gezielt springen, sich putzen wie eine normale Katze, auf minimalem Platz navigieren ohne dass ein Unglück passiert, Treppen hinauf und hinunterklettern, Katzenklappen benutzen (das hat sie lang und hart geübt und dabei stundenlang geklappert), und seit diesem Sommer muss ich auch nicht mehr jedes Mal schauen, wenn ich irgendwo ein seltsames Geräusch höre - ich vertraue ihr und sie vertraut mir. Sie ist sehr gerne im Garten, seit diesem Jahr auch stundenlang ohne Aufsicht, und das ist natürlich extrem gutes Training für sie.
Den Nachbarskater Knötsch verscheucht sie, wenn sie ihn sieht, und meine feigen Kater verstecken sich hinter ihr. Abends kommt sie zu mir ins Bett und hüpft dort gerne noch ein bisschen herum, aber ansonsten hält sie sich strikt an die Nachtruhe. Wenn sie etwas will oder braucht, sagt sie Bescheid (gerade heute durfte ich mir in etwa folgendes anhören : "HUCH ! Das darf doch nicht wahr sein, da komme ich extra aus dem Garten ins Haus, weil ich ein Hüngerchen verspüre, und dann steht da einfach gar nichts ! WAH ! Das sage ich dem Tierschutzverein !")
Tja, und wenn sie etwas will, ist eines klar : besser ich gebe es ihr gleich, denn aufgeben liegt nicht in ihrer Natur. Und bevor ich mich stundenlang beschimpfen lasse ...
Update 2017: sowohl Maggie als auch ihren Brüdern geht es weiterhin gut. Maggie hat seit neuestem das Fell an ihren Vorderbeinen weggeknabbert, es wäre möglich, dass sie um Ramsi trauert oder eine Winterdepression hat, denn das war jetzt sicher der erste Todesfall in ihrem Leben. Wir behalten das im Auge.